Entrepreneurship Summit 2025: KI verteilt die ökonomischen Chancen neu

Zwei Tage Entrepreneurship Summit gehen auch 2025 zu Ende, wieder einmal hervorragend moderiert vom eingespielten Duo um Dr. Johanna Richter und Dörte Roloff. Im Blickpunkt in diesem Jahr: die Künstliche Intelligenz, „der große Bruder“, Zitat Prof. Günter Faltin, den es richtig zu nutzen gilt. 

 

 

 

Keynote von Prof. Dr. Günter Faltin im Audimax am ersten Konferenztag

Prof. Dr. Günter Faltin bei der Eröffnungsrede zum Thema KI

Dieser Bruder erleichtere wesentlich die Umsetzung von Entrepreneurship. Denn er ist für viele Fragen ein geduldiger Sparringspartner, der, im Gegensatz zum Menschen, auch bei der hundertsten Fragestellung nicht müde wird. „Das kommt dem Gründen sehr entgegen“, so Faltin. Der Erfinder der Teekampagne äußert sich als Fan der Künstlichen Intelligenz: „Wir stehen vor dem Paradies: Die Maschinen übernehmen die repetitiven Aufgaben. KI ist eine Chance!“ Auch das Schulsystem verändere sich radikal. „Wissen kann KI vermitteln. Vielleicht ist damit der Aufruf an die Pädagogik verbunden, sich vielmehr auf Werte oder die Beziehungskunst zu konzentrieren.“

„Es braucht den Menschen zur Validierung und Qualifizierung“

Das Kids-Betreuungs-Programm für den ersten Summit-Tag

Extrem hilfreich für Eltern: Kinderbetreuung mit Workshops, Spielen und Bilderbuchkino

Bei aller Begeisterung: Es bedarf eines Korrektivs. „Die KI befindet sich noch im Entwicklungsprozess“, so Prof. Mike Richter, Präsident des German Design Council. Mit vielem, das die Künstliche Intelligenz uns ausspuckt, lässt sich schon arbeiten, jedoch hat es auch Schattenseiten. „Es braucht den Menschen zur Validierung und Qualifizierung“ – Stichwort ‚Human in the Loop‘.

„Wir müssen ein Verständnis dafür entwickeln, wo das System KI good, bad oder ugly ist.“ Ugly ist zum Beispiel der enorme Ressourcenverbrauch. Richter ist es jedoch wichtig zu betonen, dass vieles schon gut läuft. „Es kommt darauf an, ein Experte für KI zu sein. Dann ist die Umsetzung deutlich effizienter und effektiver.“ Und Künstliche Intelligenz vermeidet faule Kompromisse, weil sie nicht so schnell aufgibt.

Jubiläum einer bekannten Community: Zehn Jahre ‚Citizen Circle‘

Der Citizen Circle von Tim Chimoy, eine der bekanntesten Communities für Unternehmer, feiert 10-jähriges Jubiläum. Ich habe seine Anfänge damals digital mitverfolgt und sehe ihn das erste Mal live. Mit dieser Neugier bin ich nicht der Einzige, denn der Konferenzraum 2 platzt aus allen Nähten, als Chimoy von seinen fünf Learnings zu Community Building berichtet. Die da wären:

Der Gründer des

Rappelvoller Raum beim Vortrag von Tim Chimoy

  1. Community ist kein Produkt: Eine Community kann man nicht verkaufen, sie besteht aus Beziehungen, Vertrauen und gemeinsamen Werten.
  2. Werte sind stärker als Benefits: Die (sehr unterschiedlichen) Menschen kommen wegen des Themas und bleiben wegen der Menschen (weil sie eine sehr ähnliche Sicht aufs Leben und gleiche Werte haben).
  3. Communities sind Spiegel ihrer Gründer: Eine Community braucht ihre Gründer nicht als Mitglieder oder Gurus, sondern als Bezugspunkte und Wegweiser.
  4. Community ist kein Marketing-Kanal: Verkauf passiert auch, aber als Nebenwirkung von Vertrauen. Wer Gemeinschaft lebt, will helfen und gewinnt Kunden, ohne sie zu jagen.
  5. Community startet am Lagerfeuer: Eine Community startet in kleinen Gruppen, in denen langsam Vertrauen entsteht – und zwar dann, wenn man sich seine Schwächen und Fehler eingesteht. 

Die fünf Werte der Community sind übrigens Freiheit, Wachstum, Zusammenhalt sowie Verantwortung und Offenheit.

 

Prof. Dr. Harald Welzer bei seiner Keynote

Prof. Dr. Harald Welzer bei seiner Keynote „Das Haus der Gefühle“ im Audimax

Welzer vermisst von Politik Bewirtschaftung von positiven Gefühlen

Eine Keynote, die besonders gut beim Publikum ankommt, ist jene von Prof. Dr. Harald Welzer. Der Sozialpsychologe adressiert Kritik an die Politik und die Medien: „Die etablierten (demokratischen) Parteien tun nichts gegen die Bewirtschaftung von (negativen) Gefühlen.“ Im Gegenteil: Themen wie Migration und Bürgergeldkürzungen würden diskutiert und dabei fungiert Angst als Treiber einer Diskussion, die den Populisten in die Hände spiele.

Welzer führt aus, dass bei der Kommunalwahl in NRW im September „85 Prozent der Menschen vernünftig waren“ und nicht die AfD gewählt haben. „Doch diese Ressource wird nicht genutzt.“ Statt diesen Aspekt zu betonen, würden die Medien den Teufel an die Wand malen und auflisten, in wie vielen Fällen eine Stichwahl mit Beteiligung der „Blauen“ anstehe. In Richtung Politik regt Welzer an, positive Gefühle wie den Wunsch der Menschen nach Gemeinschaft zu bewirtschaften. Dazu lassen sich analoge Räume wie Bibliotheken oder Volkshochschulen nutzen, die ohne Kommerzialisierung und Anlass besucht werden.

Kärtchen auf einer Tafel mit Gesuchen und Angeboten

Die „Ich biete“- und „Ich suche“-Tafel – rechts wäre noch Platz …

Die Galerie mit den Ständen des Proof of Concept im Obergeschoss und vielen Ständen wie Büchertisch oder Ausschank der Teekampagne im Untergeschoss

Im Obergeschoss präsentieren sich die Teilnehmer des Proof of Concept, im Untergeschoss gibt es Bücher und Verpflegung.

Im Vordergrund ein Foodtruck mit Kartoffelspeisen

Lokaler Sattmacher: Foodtruck mit Kartoffelstampf & Co.

Im Vordergrund ein Foodtruck mit Maultaschen

Wer gerne schwäbisch speist, kommt auf seine Kosten.